Zum Inhalt springen
Logo BVMB
HochbauBahnbau+ 2
Pressemitteilung
 | 10.02.2025

Fehlende Verlässlichkeit und Bürokratie hemmen den Bau

Vertreterinnen und Vertreter von über 500 mittelständischen Bauunternehmen aus ganz Deutschland treffen sich am kommenden Montag, 17. Februar 2025, zum traditionellen Tag der mittelständischen Bauwirtschaft in Berlin. Auch Bundesverkehrsminister Volker Wissing hat sich angekündigt. Die Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen e.V. (BVMB) lädt zum großen Branchentreffen. „Die schwächelnde Konjunktur am Bau belastet unsere Unternehmen und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ohne dass wir aber den Mut verlieren“, analysiert BVMB-Präsident Martin Steinbrecher und legt bewusst den Finger in die Wunde.
Große Konferenzsitzung mit einem Redner auf der Bühne und publikumsreicher Zuhörerschaft.
© Manuel Gutjahr

BVMB lädt zum Tag der mittelständischen Bauwirtschaft eine Woche vor der Bundestagswahl

Vertreterinnen und Vertreter von über 500 mittelständischen Bauunternehmen aus ganz Deutschland treffen sich am kommenden Montag, 17. Februar 2025, zum traditionellen Tag der mittelständischen Bauwirtschaft in Berlin. Auch Bundesverkehrsminister Volker Wissing hat sich angekündigt. Die Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen e.V. (BVMB) lädt zum großen Branchentreffen. „Die schwächelnde Konjunktur am Bau belastet unsere Unternehmen und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ohne dass wir aber den Mut verlieren“, analysiert BVMB-Präsident Martin Steinbrecher und legt bewusst den Finger in die Wunde. Die Krise sei nicht nur von unvorhersehbaren äußeren Faktoren, sondern maßgeblich von falschen politischen Entscheidungen in der Vergangenheit und Gegenwart verursacht worden. „Akut behindern uns die Unsicherheiten um den Bundeshaushalt 2025 und die unstete Infrastrukturfinanzierung bei unserer langfristigen Unternehmensausrichtung und dem Kapazitätsaufbau“, so der BVMB-Präsident. Mehr als alles andere benötige die Bauwirtschaft langfristige Planungs- und Investitionssicherheit.

Höhere Priorität für Infrastruktur- und Wohnungsbau gefordert

In zwei Wochen wird in Deutschland ein neuer Bundestag gewählt. In den Neuwahlen sieht BVMB-Präsident Martin Steinbrecher allerdings keinen Automatismus, dass es am Bau wieder aufwärts-geht: „Allein eine neue Bundesregierung wird bei der Bewältigung der Herausforderungen nichts nützen. Es braucht in dieser neuen Bundesregierung tiefgreifende Maßnahmen sowie den echten politischen Willen, Dinge zu verbessern und zu vereinfachen!“, fordert Steinbrecher einen echten Neustart und meint damit vor allem einen deutlichen Aufschwung bei den öffentlichen Bauaufträgen. „Von der Beauftragung der rund 60 Milliarden Euro pro Jahr die führende Wirtschaftsforschungsinstitute als realistischen Nachholbedarf ansehen, sind wir kilometerweit entfernt. Gemeinsam mit einem funktionierenden Wohnungsbau ist die Bereitstellung von Infrastruktur wie Schienen, Straßen, Wasserstraßen, Krankenhäuser, Schulen, Strom- oder Breitbandnetze mehr als nur eine reine Bauaufgabe. Es geht für die Politik darum zu zeigen, dass sich die Bürgerinnen und Bürger in den wichtigen Dingen noch auf Ihren Staat verlassen können. Das schafft neues Vertrauen und stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt.“

Wir haben kein Analyseproblem des Status quo in Deutschland

Von einer neuen Bundesregierung erwartet sich die deutsche Bauwirtschaft insbesondere mehr unternehmerisches Denken und „einen effizienten Umgang mit dem vorhandenen Geld, so wie es in allen erfolgreichen Unternehmen längst üblich ist“, so Steinbrecher. Die Infrastruktur und der Wohnungsbau sollten nach der inneren und äußeren Sicherheit höchste Priorität haben. „Zusammen mit besseren steuerlichen und bürokratischen Rahmenbedingungen für deutsche Unternehmen kann auf dieser Grundlage die Wirtschaftswende tatsächlich noch gelingen“, ist der BVMB-Präsident zuversichtlich. Dabei dürften auch neue Schulden für notwendige Investitionen kein Tabu sein: „Die Schuldenbremse darf uns nicht daran hindern, unser Land wirtschaftlich und strukturell wieder auf Kurs zu bringen. Aber erst dann, wenn es keine anderen finanziellen Spielräume mehr gibt.“ Im Bereich des Bauens scheitere es allerdings nicht nur am Geld: „Unsere Verwaltungen schaffen es nicht, Planungs- und Genehmigungsverfahren durchgehend und über alle Planungsphasen hinweg in einer erträglichen Dauer und in einer Planungsqualität durchzuführen, auf deren Grundlage wir als Bauwirtschaft effizient unseren Job machen und Bauen können.“ Mit neuen Investitionen ist es also allein nicht getan, wir brauchen einen mutigen Neustart für einen attraktiven Wirtschaftsstandort Deutschland, in welchem Unternehmen auf attraktive Rahmenbedingungen und weniger bürokratische Hürden treffen, die die unternehmerischen Tätigkeiten lähmen.