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BahnbauBrückenbau
Fachinformation
 | 10.03.2026

Umfrageergebnisse der BVMB: Erfahrungen zum Brücken- und Ingenieurbau bei der DB AG

Im Zuge der Halbzeit der LuFV III haben wir unter den Mitgliedern der BVMB eine Umfrage zu ihren Erfahrungen im Brücken- und Ingenieurbau bei der Deutschen Bahn AG durchgeführt. Ziel dieser Erhebung war es, typische Problembereiche in Bezug auf Planung, Genehmigungsprozesse und Abläufe vor Baubeginn zu identifizieren. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die größten Herausforderungen in den vorbereitenden Projektphasen liegen. Insbesondere fehlen häufig wesentliche Voraussetzungen für einen reibungslosen Start der Bauarbeiten.

Besonders hervorzuheben sind:

  • Unvollständige oder fehlerhafte Entwurfs- und Ausführungsunterlagen
    81 % der Unternehmen berichten, dass diese bei Ausschreibungen regelmäßig nicht oder nicht korrekt vorlagen.
  • Probleme mit Bestandsunterlagen
    57,1 % sind regelmäßig mit erheblichen Lücken oder Ungenauigkeiten konfrontiert.
  • Unzuverlässige Sperrpausen und Betriebsfreigaben
    38 % der Unternehmen geben an, dass diese regelmäßig nicht verlässlich vorliegen.
  • Verspätete oder fehlende fachrechtliche Genehmigungen
    38 % berichten von kontinuierlichen Schwierigkeiten.
  • Kampfmittelsondierungen und Freigaben
    Über 50 % erleben hier regelmäßig Verzögerungen.
  • Unstimmigkeiten bei bahneigenen Leitungen
    Mehr als 52 % der Unternehmen sind hiervon regelmäßig betroffen.
  • Unzureichende Klärung von Baustelleneinrichtungs- und Lagerflächen
    40 % der Unternehmen erleben hier regelmäßig Einschränkungen im Bauablauf.
  • Komplikationen mit der Entscheidungsfällung
    80% der Befragten sind damit regelmäßig konfrontiert.
  • Probleme mit der Bauüberwachung
    60% der Unternehmen berichten von fehlender Erreichbarkeit der Vertretungen.
  • Vorfinanzierung geänderter und zusätzlicher Leistungen
    Für 95% der Unternehmen ist dies regelmäßig über einen längeren Zeitraum erforderlich.
  • Verzögerungen bei Abschlagszahlungen
    Über 63 % der Unternehmen sind hiervon regelmäßig betroffen.
  • Deutliche Zunahme des Leistungsumfangs
    76 % der Befragten empfinden eine starke Ausweitung des Leistungsumfang auf Auftragnehmer.

Insgesamt lassen die Ergebnisse erkennen, dass bestehende Defizite in der Projektvorbereitung gravierende Auswirkungen auf Kosten, Termine und Qualitätsanforderungen haben und häufig Ursache für Planungsunsicherheiten, Bauablaufstörungen und Nachträge sind. An dieser Stelle möchten wir uns herzlich für Ihre Mitwirkung und die zahlreichen fundierten Rückmeldungen bedanken.

Gespräch mit Vorständen der DB InfraGO AG
Die BVMB hat die Ergebnisse der Umfrage in einem ausführlichen Austausch mit den Mitgliedern des Vorstands der DB InfraGO AG eingehend analysiert und erörtert. Die identifizierten Herausforderungen wurden dabei klar benannt. Die DB InfraGO AG hat in diesem Zusammenhang zugesichert, mehrere der angesprochenen Themen aufzugreifen und entsprechende Verbesserungsmaßnahmen einzuleiten. Darüber hinaus werden weiterhin Gespräche geführt, um den Prozess der Abschlagszahlungen zu vereinfachen und zu beschleunigen.
Wir werden die weitere Entwicklung eng begleiten und die Umsetzung der zugesagten Maßnahmen kritisch, aber konstruktiv verfolgen.

Ausblick
Die Ergebnisse der Umfrage bieten eine solide Grundlage, um fortlaufend auf Verbesserungen im Sinne unserer mittelständischen Bahnbauunternehmen hinzuwirken. Gleichzeitig dienen sie uns als Orientierung für künftige Gespräche und Initiativen mit der DB InfraGO AG.

Umfrageergebnisse