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BahnbauBrückenbau
Pressemitteilung
 | 17.03.2026

Bahnbauer fordern bessere Vorbereitung von Projekten

Bauarbeiter bei Gleisarbeiten auf einer Baustelle im Freien.
© Oliver Lang - Deutsche Bahn AG

BVMB-Umfrage zu Brücken- und Ingenieurbau bei der Deutschen Bahn

Die Deutsche Bahn ist der größte Auftraggeber in der deutschen Bauwirtschaft – und steht mit ihrem Schienennetz unter enormem Sanierungsdruck. Milliardeninvestitionen allein werden jedoch nicht ausreichen, um die Infrastruktur nachhaltig zu modernisieren. Entscheidend ist, dass Projekte von Anfang an besser geplant und vorbereitet werden. Eine aktuelle Umfrage unter Bahnbauunternehmen der Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen e.V. (BVMB) zeigt: Der Engpass liegt häufig nicht nur bei der Finanzierung, sondern auch in unzureichender Planung, fehlender Projektvorbereitung und komplexen Genehmigungsprozessen. Wenn der Sanierungsstau im Netz abgebaut werden soll, müssen Planungs- und Vorbereitungsphasen deutlich stärker in den Fokus rücken. „Mehr Geld baut schließlich keine besseren oder zuverlässigeren Schienenwege – wenn Projekte nicht ausreichend vorbereitet sind“, betont Hauptgeschäftsführer Michael Gilka. Grundlage dieser Einschätzung ist eine aktuelle Umfrage des Spitzenverbandes unter seinen Mitgliedsunternehmen im Bahnbaubereich.

BVMB-Umfrage offenbart Planungsdefizite im Bahnbau

Ziel der Erhebung war es, Problembereiche im Vorfeld von Bahnbauprojekten – insbesondere bei Planung, Genehmigungsverfahren und organisatorischen Abläufen vor Baubeginn – zu identifizieren. Die Ergebnisse zeigen deutlich: Die größten Herausforderungen liegen nach Einschätzung der Unternehmen häufig in den vorbereitenden Projektphasen auf Seiten der Bahn. So fehlen laut Umfrage nicht selten wesentliche Voraussetzungen für einen reibungslosen Start der Bauarbeiten. „Die Deutsche Bahn muss hier deutlich nachlegen, damit die anstehenden Bahnbauprojekte auch effektiv und zeitgerecht umgesetzt werden können“, appelliert Gilka an die Verantwortlichen bei der DB AG und der DB InfraGO AG. Im Detail hat die Umfrage ergeben: Ganz oben auf der Negativliste der Bahnbauunternehmen stehen unvollständige oder fehlerhafte Planungen der DB InfraGo. 81 Prozent der befragten Unternehmen berichteten, dass Entwurfs- und Ausführungspläne von Bahnbauprojekten entweder unvollständig oder nicht korrekt verfügbar waren. 57 Prozent beklagten Probleme mit Bestandsunterlagen, die es oft erheblich erschweren, die Lage vor Ort einzuschätzen und plangerecht zu bauen. Diese Schwierigkeiten werden verstärkt durch Probleme bei Kampfmittelsondierungen inkl. Freigaben (über 50 %) und Unstimmigkeiten, wo und welche bahneigenen Leitungen für beispielsweise Signaltechnik und Kommunikation liegen (52 %). Beeinträchtigungen sehen die Bahnbauer des Weiteren durch zu wenig Vorlaufzeit bis zur ersten Sperrpause (38 %) und Unklarheiten, wo Flächen für Baustelleneinrichtungs- und Lagerflächen zur Verfügung stehen (40%). Ein weiterer Dauerbrenner (38 %) sind fachrechtliche Genehmigungsverfahren, die nicht vorliegen oder bei denen Informationen fehlen.

Für Unmut bei den Bahnbauunternehmen sorgt auch eine gewisse „Entscheidungsscheu“ bei der Bahn: 80 Prozent der befragten BVMB-Mitgliedsbetriebe sind regelmäßig mit mangelnder Entscheidungsfreude der Verantwortlichen bei der DB konfrontiert, die für Verzögerungen im Bauablauf sorgt. 60 Prozent der Befragten berichten von mangelnder Erreichbarkeit der Vertretungen der verantwortlichen Bauüberwacher vor Ort auf der Baustelle. Kritik kommt darüber hinaus auch hinsichtlich der Zahlungsmoral der Bahn: Über 63 Prozent der befragten Bahnbaufirmen klagen über verzögerte Zahlungen auf Abschlagsrechnungen. 95 Prozent beschwerten sich, dass sie geänderte und zusätzliche Leistungen über lange Zeiträume aus der Firmenkasse für die Bahn vorfinanzieren müssten.

Zugleich zeigt die Umfrage, dass sich auch die Anforderungen an die Bauunternehmen spürbar verändert haben: Rund drei Viertel der befragten Bahnbauunternehmen berichten, dass der Leistungsumfang für Auftragnehmer deutlich zugenommen hat. Die damit verbundenen zusätzlichen Aufgaben und Anpassungen stellen die Unternehmen vor erhebliche organisatorische und wirtschaftliche Herausforderungen. Für die DB bedeuten sie meist auch höhere Kosten. Die Ergebnisse zeigen insgesamt: „Jetzt ist gemeinsames Handeln gefragt“, betont Michael Gilka und zeigt sich nach einem Gespräch mit dem neuen Vorstand Infrastrukturprojekte der DB InfraGO zu diesem Thema zuversichtlich. Die identifizierten Defizite sollen in einem im Jahr 2019 gemeinsam eingerichteten Austauschformat, der Zukunftsinitiative Bahnbau, intensiv beleuchtet werden, um Projekte künftig effizienter und termingerecht umsetzen zu können.

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