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HochbauNachhaltigkeit
Pressemitteilung
 | 27.02.2025

Bauen gehört zurück in die Chefetage!

Foto des Bundeskanzerlamt
© Ben Kupke-Unsplash

Verband erneuert Forderung nach starken Bundesbauministerium

Michael Gilka, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen e.V. (BVMB), bringt es auf den Punkt: „Unser Land braucht ein starkes, mit gebündelten Kompetenzen ausgestattetes Bauministerium – aber diesmal hoffentlich eines, das auch liefert.“ Die Nachwirkungen der Ampelkoalition lasten schwer auf der Bauwirtschaft. Zwar hatten SPD, FDP und Grüne in ihrem Koalitionsvertrag ambitionierte Ziele formuliert – darunter 400.000 neue Wohnungen pro Jahr, nachhaltige Förderprogramme und bessere steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten. Doch die Bilanz nach drei Jahren fällt ernüchternd aus. „Wenn man objektiv zurückblickt, war da leider nicht viel mehr als ganz viel heiße Luft“, resümiert Gilka. Die BVMB fordert nun entschlossen, die Bau- und Wohnungswirtschaft wieder in den Mittelpunkt der politischen Agenda zu rücken – mit klaren Maßnahmen, die den Mittelstand und die mittelständisch geprägte Bauwirtschaft nachhaltig stärken.

Der Bau sehnt sich nach einem Klima der Verlässlichkeit

Mit einem eigenständigen Bundesbauministerium mit Klara Geywitz an der Spitze war die Ampelkalition angetreten, dem Bauen in Deutschland wieder mehr Bedeutung zu verleihen. „Ein super Ansatz“, erinnert sich BVMB-Hauptgeschäftsführer Gilka an die damalige Aufbruchsstimmung. Die habe allerdings „relativ schnell und jäh wieder geendet“: Wacklige Förderprogramme, die plötzlich endeten, überbordende Bürokratie und Regelungen, fehlende Konzepte und ein Klima der Verunsicherung hätten der Baubranche und der Entwicklung im Land in den vergangenen Jahren mehr geschadet als geholfen. Die Zahl der Baugenehmigungen ist 2024 auf den niedrigsten Stand seit 2010 gesunken und ging um weitere knapp 17 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert auf nur mehr knapp 216.000 zurück. „Eine Schwalbe macht eben noch keinen Sommer“, resümiert Gilka. Nur plakativ ein eigenes Ministerium für den Bau einzurichten, reiche eben nicht aus.

Stabilität sollte das Gebot der Stunde sein

Mit der neuen Bundesregierung brauchen wir jetzt auch kurzfristig ein Signal des Aufbruchs für den Wohnungsbau“, ist Michael Gilka überzeugt. Die BVMB drückt bereits jetzt aufs Tempo: Der Verband appelliert dringend an die künftigen Regierenden, ein starkes Bauministerium mit gebündelten Kompetenzen – auch aus dem Wirtschafts- und Umweltbereich – einzurichten. Konkret geht es vor allem auch um die klare Kompetenzverteilung hinsichtlich der Förderprogramme für den Wohnungsbau. Diese müssen in dem Ministerium liegen, welches auch für den Wohnungsbau verantwortlich ist und diese Programme steuert. „Es geht nicht nur um die Baufirmen und Tausende Arbeitsplätze, es geht auch um das Gesamtklima im Land“, verweist er auf die Gefahr sozialen Unfriedens, wenn der Wohnungsmangel nicht zeitnah aufgefangen wird. Das Bauministerium müsse dann aber auch „liefern“: „Wir brauchen wieder ein Klima der Verlässlichkeit in Deutschland, dann trauen sich auch wieder mehr Menschen zu bauen“, ist sich Gilka sicher. Förderprogramme müssten „wieder eine Bank für die Bauherrn werden“.