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Pressemitteilung
 | 31.03.2026

BVMB fordert mehr Einsatz gegen Fachkräftemangel

Zwei Bauarbeiter inspizieren eine Windkraftanlage auf dem Baugelände.
© Hip.hub - AdobeStock

Verband drängt auf schnellere Entscheidungen bei Behörden

„Deutschland braucht grundlegende Reformen“, hat Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) in einer Rede bei der Bertelsmann Stiftung erklärt. Die Deutschen müssten wieder mehr arbeiten und dürften keine Angst vor Neuerungen haben, so der Vizekanzler. Bei der Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen e.V. (BVMB) stößt die Rede auf Lob und Skepsis zugleich. „Herr Klingbeil hat Recht – wir brauchen Reformen in unserem Land, aber die Rede erkennt leider nur die Probleme, löst sie aber nicht. Konkrete Ideen fehlen leider“, kritisiert BVMB-Hauptgeschäftsführer Michael Gilka. Die liefert die BVMB: Um den Fachkräftemangel besser kompensieren zu können, drängt der Verband auf eine schnellere Berufsanerkennung und frühere Arbeitserlaubnis für ausländische Fachkräfte, wie sie Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) in seinem „Sofort-in-Arbeit-Plan“ bereits angekündigt hat. Dass die Politik schnelle Investitionen fördern will, begrüßt der Verband. „Dafür braucht es aber auch schnellere Planungen und mehr Umsetzung statt nur Ankündigungen“, so Gilka weiter.

Fachkräftelücke konjunkturell rückläufig

Einen „klaren politische Fahrplan statt nur Ankündigungen“ fordert die Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen e.V. von der Bundesregierung. Die Rede von Vizekanzler Lars Klingbeil bei der Bertelsmann Stiftung mit intensiven Reformforderungen sieht der Verband als durchaus positiv, hält sie aber nicht für ausreichend. „Die Aussage, dass wir alle insgesamt mehr arbeiten werden müssen, ist hart und unbequem für unsere Gesellschaft, aber es wird anders nicht gehen“, bekennt BVMB-Hauptgeschäftsführer Gilka. Für mittelständische Bauunternehmen sei das ange-sichts des immer dramatischeren Fachkräftemangels bereits Realität. Auch wenn dieser mit Blick auf das letzte Jahr konjunkturell bedingt zurückgegangen ist, lag er jedoch 2025 bei mehr als 369.500 rechnerisch nicht besetzbaren Stellen, so die Expertinnen und Experten des Kompetenz-zentrums Fachkräftesicherung (KOFA). Die Bauwirtschaft zählt weiterhin zu den Branchen mit den meisten Engpassberufen – und das über sämtliche Anforderungsniveaus hinweg, auch wenn sich die Situation regional unterschiedlich darstellt. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ist die Sicherung von Fachkräften längst zu einer zentralen Daueraufgabe geworden. Insbesonde-re die Nachwuchsgewinnung und die gezielte Qualifizierung von Mitarbeitenden stehen dabei im Fokus der Unternehmen.

Fachkräftesicherung als Daueraufgabe

Vor diesem Hintergrund begrüßt der Verband ausdrücklich die politischen Bestrebungen, die Integration ausländischer Fachkräfte zu beschleunigen. „Die Firmen warten oft viel zu lange, bis ausländische Abschlüsse anerkannt werden – das ist ein völlig unnötiger Bremsklotz, nicht nur für die Bauwirtschaft“, kritisiert BVMB-Hauptgeschäftsführer Michael Gilka. Zugleich spricht er sich für frühere Arbeitserlaubnisse für Asylbewerber aus: „Gerade im Baugewerbe könnten sie schnell eine spürbare Entlastung für den Mittelstand schaffen. Dafür brauchen wir vor allem schnellere Visa-Verfahren und deutlich mehr Digitalisierung.“ Kritisch bewertet der Verband hingegen Überlegungen, Investitionen über ein Bonus-Malus-System zu steuern. Zwar sei der Ansatz grundsätzlich nachvollziehbar, in der Praxis greife er jedoch zu kurz. „Ein Bonus für schnelle Umsetzung klingt gut – aber die Realität ist komplexer“, so Gilka. „Oft scheitert es nicht am Willen der Unternehmen oder Kommunen, sondern an langwierigen Verwaltungsprozessen. Ein Bonus-Malus-System löst dieses Kernproblem nicht.“ Deutlicher wird Gilka mit Blick auf strukturelle Defizite: „Die Verwaltung hat vielerorts zu große Vorbehalte, Entscheidungen zügig zu treffen – genau hier muss die Politik ansetzen.“ Notwendig sei mehr politischer Druck für schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie eine stärkere Ausrichtung auf Umsetzung. „Wir brauchen weniger Ankündigungen und mehr konkrete Ergebnisse“, betont Gilka. Zugleich warnt der BVMB-Hauptgeschäftsführer vor weiteren Kürzungen im Baubereich: „Verzögerte oder gestrichene öffentliche Aufträge treffen den Baumittelstand unmittelbar und können Projekte zusätzlich ausbremsen. Das darf nicht passieren.“

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